Auto ummelden

Wenn du mit deinem eigenen Auto auf die Insel gekommen bist, kommt ziemlich schnell der Tag, an dem du deinem Auto spanische Nummernschilder verordnen musst.

Genau genommen innerhalb eines Monats. (Es geht auch noch später, dann werden jedoch zusätzliche Steuern fällig).

Erst einmal solltest du schauen, ob dein Auto eine „technische EU-Übereinstimmungsbescheinigung“ (COC) besitzt. Falls nicht machst du am einfachsten eine Fahrt zu einem Autohändler deiner Automarke und lässt dir dort von einem Ingenieur eine sog. homologación ausstellen. (Kostet ca 150-200 Euro).

Mit COC oder homologación geht es dann zum TÜV. Dieser heißt in Spanien ITV. Dort legst du die homologación oder das COC sowie den Fahrzeugschein und den Fahrzeugbrief vor.

Der ITV in Spanien ist sehr pingelig. So führen selbst kleinste Veränderungen wie falsche Reifen, tiefer gelegtes Auto, Änderungen am Fahrwerk etc. dafür, dass keine Genehmigung mehr erteilt wird.

Hat man den ITV überstanden, erhält man dort ca. eine Woche später den spanischen Fahrzeugbrief (ficha técnica).

Weiter geht es nun zum Finanzamt. Dort ist die sog. Zulassungssteuer zu bezahlen. (impuesto especial de vehículos de transporte, manchmal auch als impuesto de matriculación bezeichnet). Sie richtet sich nach den Emisionswerten und dem Alter des Fahrzeugs und wird vom Finanzamt berechnet.

Nun kennst du den Betrag und gehst zu einer der großen Banken (La Caixa, Sa Nosta/BMN, Banca March). Dort kannst du einfach unter Angabe deiner NIE Nummer den Betrag einzahlen und erhälst eine Bestätigung.

Bevor du zur Bank gehst solltest du einen neuen Termin beim Finanzamt vereinbaren (Tel. 901-20 03 46), der innerhalb von 48 Stunden nach der Einzahlung liegt, da du in diesem Zeitfenster nachweisen musst, dass du bezahlt hast.

Die Zulassungssteuer kannst du dir dann ersparen, wenn du dein Auto als Umzugsgut aufführst. Das geht jedoch nur dann, wenn das Auto mindestens seit 6 Monaten auf dich zugelassen ist und du gleichzeitig vorher mindestens 1 Jahr in deinem Heimatland gemeldet warst. Dies musst du über eine Meldebescheinigung nachweisen. Meldest du dein Auto als Umzugsgut an, darfst du es ein Jahr lang nicht verkaufen.

Schon verwirrt? Es geht noch weiter 😉

Jetzt geht es ins Rathaus der Gemeinde in der du gemeldet bist. (Falls du das noch nicht bist, solltest du das vorher noch nachholen).

Dort wird nun die KFZ Steuer fällig. (impuesto de vehículos de tracción mecánica).

Hast du auch das hinter dir, geht es nun noch zur tráfico, der Verkehrsbehörde, wo du dann noch die Verkehrssteuern bezahlst, und alle Bestätigungen aller anderen Ämter nochmals vorzeigen darfst.

Die tráfico gibt dir dann den Fahrzeugschein (permiso de circulación), den du brauchst um Nummernschilder zu kaufen. Parallel zieht sie die Fahrzeugdokumente deines Heimatlandes ein und leitet diese weiter, damit das Auto im Heimatland abgemeldet wird.

Jetzt hast du endlich ein angemeldetes Auto mit spanischen Kennzeichen, aber immer noch keine Autoversicherung. Die solltest du schleunigst noch nachholen. Am einfachsten ist dies bei der gleichen Versicherung, bei der du schon in deinem Heimatland versichert warst, da diese gerne die Unfallfreiheitsklassen übernehmen.

Ein Tipp zum Schluss: Autos älter als ca. 1998 können nicht mehr umgemeldet werden, wenn diese keine EG Typengenehmigung mehr haben. Damit erfüllen sie nicht die in Spanien verpflichtende Euro 4 Abgasnorm.

Wenn du alle Schritte erfolgreich hinter dich gebracht hast, kannst du dich ab sofort als Experte der spanischen Bürokratie bezeichnen. Ohne ausreichende Spanischkenntnisse und viel Geduld ist es nicht zu empfehlen, dass du das alles selbst machst. Eine Gestoria ist hierbei Gold wert. Ich vermittle dir gerne einen (deutschsprachigen) Kontakt der dich dabei unterstützt. (Kosten ca. 600 Euro zzgl. der KFZ und Zulassungssteuern).